Mehr Anerkennung für pflegende Angehörige

Manchmal dauert es etwas länger, aber jetzt ist es soweit: Der nächste Sozialausschuss berät unseren Antrag für eine „PflegeCard“ vom vorigen August (!). 

Worum geht es?

Pflegebdürftigkeit kann jeden treffen, in jedem Alter. Aber gerade in unserer alternden Gesellschaft sind immer mehr Menschen eben wegen ihres Alters davon betroffen. „Vielfach werden diese von Angehörigen in den eigenen vier Wänden versorgt und betreut. Dies entspricht fast immer dem eigenen Wunsch der betreuten Familienangehörigen „Gleichzeitig stellt diese Form der Pflege eine enorme Entlastung der sozialen Sicherungssysteme dar und ist somit gesellschaftlich kaum weg zu denken“, erinnert Ratsfrau Eva Nie an den Hintergrund der häuslichen Pflege.

Pflegende Angehörige werden zwar je nach Pflegegrad auch finanziell durch die Pflegekassen unterstützt, diese Beträge sind aber um ein Vielfaches geringer als wenn die Dienste von Pflege- und Betreuungsdiensten oder stationären Einrichtungen in Anspruch genommen würde. „Viel zu selten erhalten die pflegenden Angehörigen die Aufmerksamkeit die Ihrer wichtigen Aufgabe gebühren würde“, fasst Ratsmitglied Frank Achterkamp zusammen. „Zumeist Frauen erleiden auch wesentliche Nachteile in der eigenen Altersvorsorge und können oft eine regelrechte Pflegebiografie nachweisen, weil oftmals erst die eigenen Eltern oder Schwiegereltern und dann der Partner gepflegt werden.“

Die fundamentalen Rahmenbedingungen lassen sich auf lokaler Ebene nicht ändern. Wir können aber öffentlich Dank und Anerkennung zeigen, durch eine PflegeCard, die analog zur Ehrenamtskarte des Landes NRW funktioniert. 

Das steht im Sozialausschuss zur Abstimmung

Jetzt hat die Stadt dazu ein Konzept vorgelegt. Es umfasst folgende Punkte: 

a. Befreiung von Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen der Stadt Emsdetten:

Die Parkgebührenordnung wird dahingehend angepasst, dass eine Befreiung von den Parkgebühren erfolgt, wenn die PflegeCard im Original ausgelegt ist. Die Einhaltung der Höchstparkdauer ist durch Auslage einer Parkscheibe nachzuweisen.

b. Kostenfreie Nutzung der Stadtbibliothek: Die Benutzungs- und Gebührenordnung für die Stadtbibliothek wird dahingehend angepasst, dass bei Vorlage der PflegeCard die Person einen jeweils ein Jahr gültigen kostenlosen Ausweis erhält.

Das ist ein guter Ansatz. Natürlich ließe sich noch weiteres denken, etwa ein günstiger Anerkennungstarif bei den Stadtwerken …

Wichtig ist es erst einmal, dass wir allen pflegenden Angehörigen zeigen: Wir sehen Euch, wir respektieren Eure wertvolle Arbeit!