Stark für die Schwächsten

Caritas-Vorstand besucht SPD-Fraktion

„Unsere Aufgaben sind so vielfältig, dass wir nicht auf alles eingehen können“, warnte Caritasvorstand Klaus Wilp gleich eingangs des Gesprächs. Die SPD-Ratsfraktion hatte die Vertreter des Caritasverbandes eingeladen, um über ihre Arbeit für die Emsdettener Stadtgesellschaft zu berichten. Insofern galt es Schwerpunkte zu setzen.

Einer davon betraf die Arbeit für Kinder und Jugendliche in Emsdetten. Das beginnt im Bereich der Frühen Hilfen für Eltern und geht über eine wachsende Zahl an Fällen, in denen Familien eine Erziehungsberatung in Anspruch nehmen. In etwa fünfzehn Fällen des Jahres leistet die Caritas in Emsdetten Schulbegleitung für Kinder, die von Behinderung bedroht sind – eine Arbeit, die durch aktuelle Kürzungspläne auf Bundesebene gefährdet sein könnte. In 87, oft komplexen Fällen wurde die Schulpsychologie aktiv. „Hier geht es nicht um einfache Schulstreitigkeiten, sondern um Probleme bis hin zur Selbstverletzung und suizidalen Gedanken“, erinnerte Caritas-Vorstand André Diecks. Dieses Angebot wird größtenteils über freiwillige Leistungen finanziert. Noch ist unklar, ob die aktuellen Finanzprobleme der Kommunen und des Kreises dieses und andere Angebote mittelfristig gefährden werden. „Wenn dies so ist, drohen Jugendliche ohne Schulabschluss zu bleiben Und das kann lebenslange soziale Probleme schaffen“, zeigte sich SPD-Ratsmitglied Frank Achterkamp besorgt mit Hinblick auf die langfristigen Folgen. Auch bei der Tafel seien verglichen zu den anderen Standorten gerade in Emsdetten besonders viele Kinder als Kunden registriert.

Auf der anderen Seite spürt gerade auch die stationäre Unterbringung den demographischen Wandel mit einer steigenden Zahl von Bewohnern im Rentenalter. Hierfür müssten neue Konzepte entwickelt werden. Der Caritas-Vorstand äußerte klar seine Bereitschaft, weiter als Träger sozialer Arbeit in Emsdetten aktiv zu bleiben. Mit seiner Mischung aus vielen fachlich gut qualifizierten Arbeitsplätzen und einem breit aufgestellten Ehrenamt ist der Caritas über seine Aufgaben hinaus stark in der Emsdettener Bevölkerung verankert.

Jetzt sei es ein Risiko, wenn die prekäre Finanzsituation der Kommunen von Seiten der Bundespolitik für eine Aushöhlung des Sozialstaats ausgenutzt werde, waren sich beide Seiten einig. Es werden viele weitere Gespräche mit Verantwortlichen auf den verschiedenen politischen Ebenen nötig sein, um die Interessen der Schwächsten in unserer Gesellschaft auch in Zukunft zu sichern.