Kanu, Bogensport, Kolping … Wir sehen Vereinsförderung als Ganzes

Gleich drei kurzfristige Vereinsanträge sorgten bei der Beratung des Haushalts für viel Wirbel. 

Dazu zunächst etwas Grundsätzliches: Wir als SPD schätzen unsere Emsdettener Vereine in ihrer Vielfalt und das dahinter stehende Ehrenamt. Sie sind ganz wichtige Bausteine unserer Stadtgesellschaft. 

Es gibt aber auch so etwas wie den jährlichen Rhythmus städtischer Haushalte. Vereine kennen den in der Regel und stellen entsprechend ihre Anträge oder treten in Verhandlungen mit der Stadt über die längerfristigen Leistungen. 

Wenn wir nur auf die Sportvereine schauen, finden wir bereits im ursprünglichen Entwurf aus dem November: 

Darüber hinaus fließen in die Zahlen Faktoren ein wie die kostenlose Nutzung städtischer Sporthallen, oder die Spezialreinigung der Böden für den Handballsport.

Die Parteien und Gruppen, die den Haushalt abgelehnt haben, können reden, was sie wollen, sie haben jeden einzelnen Cent davon abgelehnt. 

Das Problem nachträglicher Anträge

Zwischen November und Februar liegt mehr Zeit als sonst. Insofern ist es nicht völlig überraschend, daß in der Zwischenzeit plötzlich gleich bei mehreren Vereinen neue Probleme auftraten. Nicht anders als bei der Bauverwaltung der Stadt selbst. 

Und so, wie wir bei der Stadt kritisch auf alle Einzelposten geguckt haben, so tun wir dies auch bei den Vereinsanträgen. Denn es darf keine Unfairness gegenüber all den Vereinen eintreten, die im Herbst in Verhandlungen untereinander und mit der Stadt ihr Zahlenpaket vorgelegt haben. 

Gerade bei der wohl nicht nur gegenwärtig, sondern auch in den nächsten Jahren schwierigen Haushaltslage galt es insofern, auch bei den neuen Themen zu Kompromissen zu gelangen, und ja, zusätzliche städtische Zuschüsse möglichst gering zu halten.

1. Kolpinghaus

Fangen wir also mit einem nicht-sportlichen Problem an. Die Fassade des Kolpinghauses ist nicht mehr sicher, der Vordereingang wurde bereits sicherheitshalber gesperrt. Offensichtlich ist der Handlungsbedarf dringend. Rechtlich betrachtet liegt die Verantwortung allein beim Verein Kolpinghaus. Andererseits ist die Höhe sowohl der Renovierungskosten wie der möglichen Zuschüsse und Spenden Dritter noch offen. Der Kompromiss lautet: Statt der zuerst gewünschten 40.000 € planen wir im Haushalt für 2026 erst einmal 10.000 € ein und schauen dann im Sommer erneut, wie sich die Sache weiter entwickelt.

2. Canu-Club

Der Canu-Club steht plötzlich ohne seinen Steg da, was tatsächlich der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Tätigkeit ist. Die Bezirksregierung, die dies zu verantworten hat, ist nicht bereit, einen Ersatz zu unterstützen. Statt dessen fordern sie einschließlich Gutachten ein im Erfolgsfall deutlich teureres Ersatzbauwerk. Insofern haben wir auch hier gesagt, dass 10.000 € ein noch eben akzeptabler Beitrag ist, wenn er so kurzfristig aufgebracht werden muss.

3. TVE Bogensport

Schließlich die Bogensport-Abteilung des TVE. Sie muss ihr seit langem angemietetes Gelände an der Eisenbahnstraße verlassen, weil auf einem Teil des Grundstückes eine Kita entsteht. Der Eigentümer des Grundstücks hat fristgerecht gekündigt, mittlerweile aber zugesagt, dass die Bogenschütz*innen das Geländer noch eine Weile länger nutzen können. Da die Stadt den Umzug der Kita an diese Stelle ausdrücklich unterstützt, kann der Verein zurecht sagen, dass es sich nicht hier um eine beliebige Eigenbedarfskündigung handelt. Die Stadt kommt dieser Verantwortung nach, indem sie dem Verein ein Ersatzgrundstück am Wiesengrund mit langfristiger Perspektive zur Verfügung stellt. Sie hat auch zugesagt, dass sie für den Umzug und das „Aufräumen“ des Geländes an der Eisenbahnstraße Hilfe über den Baubetriebshof leistet. All dies ließe sich in Geld bemessen, auch wenn es in der Kürze der Zeit noch nicht geschehen ist. Die offene Frage war nun, ob darüberhinaus noch Bargeld fließen sollte. Die von uns vorgeschlagene Summe liegt tatsächlich deutlich unter dem, was der Verein wünschte. Er setzt aber auch voraus, dass es ihm möglich sein muss, unmittelbar den Ausbaustand wieder zu erreichen, der an der Eisenbahnstraße erst in Jahren erreicht wurde. Diese Alles-oder-Nichts-Haltung ist nicht fair gegenüber allen anderen Vereinen, die sich über die Jahre immer wieder auf Kompromisse eingelassen haben. Vereinsförderung müssen wir als Ganzes sehen.