† Dr. Thomas Kock (1964-2026)

Mit tiefer Betroffenheit nimmt Emsdettens SPD Abschied von Dr. Thomas Kock, der vor Kurzem viel zu früh mitten aus dem Leben gerissen wurde. Als Fraktionsvorsitzender über 26 Jahre hat er der politischen Arbeit in und für unsere Stadt in diesem Jahrhundert den Stempel aufgedrückt wie kaum ein anderer. Über die politische Arbeit hinaus war er vielen ein guter Freund.

Thomas war ein echtes Emsdettener Kind. Von privaten Freundeskreisen über das Engagement beim Fußball bis zur Dauerkarte für den TVE war er in vielfältiger Weise in das Leben unserer Stadt eingebunden. Mit der Politik kam er Anfang der 1980er Jahre über die damaligen Diskussionen zu einem selbstverwalteten Jugendzentrum in Kontakt, und in diesem Zusammenhang trat er auch 1983 in die SPD ein. Auch seine Verbindung zum Caritas-Verband reicht bis in diese Zeit zurück, als er in einer Einrichtung seinen Zivildienst ableistete. Zum Studium verließ er Emsdetten für einige Jahre, kehrte dann aber wieder zurück. Beruflich verbrachte er zehn Jahre an der Universität Münster, bevor er als Lehrer für Deutsch und Geschichte an ein katholisches Gymnasium in Lingen wechselte, wo er bis zum Ende tätig war. Auch dort begnügte er sich nicht mit dem Abhalten des Unterrichtes, sondern war vor allem in den internationalen Austausch aktiv eingebunden.

1989 kandidierte er erstmals erfolgreich für den Stadtrat. In diesen frühen Jahren engagierte er sich besonders für die Jugendpolitik und leitete den Jugendhilfeausschuss. In den 1990er Jahren galt der Einsatz, neben weiter dem Thema Jugendzentrum, dem flächendeckende Ausbau der Kitas in Emsdetten. Wie er sich in den 1990er Jahren für die Schaffung von „Stroetmanns Fabrik“ eingesetzt hatte, blieb er der Arbeit dieser für Emsdetten so zentralen Institution auch in den folgenden Jahrzehnten eng verbunden. Zusätzlich entwickelte Thomas Kock einen besonderen Schwerpunkt im Bereich der Stadtplanung, leitete den Umweltausschuss und den Vorläufer des heutigen ASWW. Die Förderung neuer Industrien nach der Textilkrise, die Umwandlung stadtnaher Industriebrachen zu Wohngebieten zur Schonung der Außenbezirke und vielfältige Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt kennzeichneten Schwerpunkte von Thomas Kocks Arbeit in diesen Feldern. Folgerichtig ergab sich daraus auch die Tätigkeit im Aufsichtsrat der Stadtwerke, wo er 2014-20 auch Vorsitzender war. Hier gelang es ihm, ein breites Bündnis für den Neubau des Hallenbades zusammenzuführen. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Jahre war der Breitband-Ausbau. 

Seit 1999 leitete er die SPD-Fraktion während verschiedener Konstellationen von Mehrheitsverhältnissen. Dabei legte er Wert darauf, dass die SPD stets bereit war, mit allen Parteien und Gruppen im Sinne einer konstruktiven Sacharbeit zusammenzuarbeiten. Es gelang ihm auch, eine Reihe Menschen in die aktive politische Arbeit einzubeziehen, die sonst den Schritt vielleicht nicht getan hätten, im Wissen, dass eine starke Demokratie davon lebt, dass viele Menschen sich selbst mit ihrem Wissen einbringen. Die soziale Kernkompetenz der SPD spielte unter seiner Leitung in alle Sachthemen hinein, vom Ausbau inklusiver Angebote für alle Generationen zur ständigen Forderung nach bezahlbarem Wohnraum. Die Stadt dankte es ihm zu Beginn dieses Jahres mit der Verleihung der Verdienstmedaille.

Zur Kommunalwahl 2025 zog sich Thomas Kock aus der aktiven politischen Arbeit zurück, blieb aber als Vorsitzender des ehrenamtlichen Caritasrates bis zum letzten Tag in den sozialen Einsatz für das Zusammenleben in unserer Stadt eingebunden.

Unsere Gedanken sind in diesen Tagen natürlich vor allem bei seiner Frau Anne und seinen Söhnen Lucas und Niclas. Emsdettens SPD hat Thomas Kock viel zu danken. Sein Einfluss bleibt noch lange in allen Aspekten unserer Arbeit spürbar, wir werden ihn sehr vermissen.