Der Stellenplan – Worum geht es?

Im Hauptausschuss ist der Stellenplan knapp gescheitert. Die Gegner operieren mit einschüchternden, nicht immer korrekten Zahlen und viel „Schlanker-Staat“-Ideologie.

Aber warum geht es tatsächlich? Ja, es werden mehr Stellen eingerichtet. Sie betreffen besonders die neuen Kitas, die Rettungswache und gestiegenen Fallzahlen im Jugendamt. Dem hat die CDU und die anderen Neinsager im Dezember zugestimmt.

Die gemeinten Stellen

Das heißt: Es verbleiben noch ganze 3,47 zusätzlich Stellen. Um die wird jetzt so ein Theater gemacht. In der Regel ist der Hintergrund eine Erhöhung der Fallzahlen. Wenn eine halbe Stelle mehr auf dem Jobcenter benötigt wird, hilft uns langfristig am besten ein starker Arbeitsmarkt, der weniger Menschen zwingt, zum Jobcenter zu gehen. Das Standesamt braucht 0,35 Stellen mehr, weil aus den geburtenstarken Jahrgängen mehr Menschen mit Rentenfragen kommen. Die Fallzahlen steigen ebenfalls im Bereich Steuern und Abgaben, dort werden zwei bestehende Stellen etwas ausgeweitet. Folgeeffekt ist, das auch im Personalwesen selbst zwei Stellen gegenüber der bisherigen Stundenzahl erweitert werden. Eine ganze neue Stelle wird im Bereich IT geschaffen. Gut so. Wieviel Sinn macht es, mehr Digitalisierung in der Verwaltung zu fordern und gleichzeitig die dafür nötige Stellenausweitung verhindern zu wollen?

Umstrukturierungen sorgen gleichzeitig dafür, dass in anderen Bereichen Stellenanteile gekürzt werden können. Auch das ist Teil der Wahrheit. 

Die Prüfung gibt es

Dann erheben Sprecher von Liste und CDU die Forderung, die Stadt solle sich doch mal extern prüfen lassen. Wo waren diese Herren am 13. November, als die Gemeindeprüfungsanstalt erste Ergebnisse genau zu Organisation und Personalwesen vorstellte?

https://emsdetten.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZTyTqcLoqDw7J1eZUDjmYAt8qHp10EHG6CFU5tUlpmpB/Praesentation_GPA.pdf

Wer jetzt keine Lust hat, den ganzen Bericht zu lesen: Er war positiv. 

Über den Tag hinaus denken

Und nein, auch wenn das von verschiedenen Seiten angedeutet wurde: Die Zahl der bei der Stadt Beschäftigten ist für uns kein Selbstzweck. Wir wollen, dass die Stadt das, was sie tun muss, möglichst effizient und zuverlässig für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt leistet. Wir wollen, dass die Beschäftigten, ob in Kitas, Büros oder auf dem Bauhof, diese Arbeit ohne negative Unterstellungen von manchen Seiten des politischen Spektrums tun können. Die Stadt Emsdetten muss heute eine gute Arbeitgeberin sein, Fachleute und Azubis anziehen, damit genug kompetente Beschäftigte da sind, wenn die geburtenstarken Jahrgänge bald in Rente gehen.

Wer will, dass Digitalisierung zu einem geringeren Stellenbedarf führt, muss dafür sorgen, dass vermehrte Leistungsfähigkeit der Systeme nicht einfach dazu genutzt wird, um die Ansprüche zu erhöhen. 

 Wer die Verwaltung entlasten will, muss Vorschriften und Prozesse vereinfachen. Das ist die Aufgabe der CDU-geführten Landes- und Bundesregierungen.