|
Die Vorsitzende der AsF, Gundula Grommé, und ihre Gesprächspartner Michael Weßling und Gabriele Lange von der Agentur für Arbeit diskutierten in den Räumen der AWO Emsdetten über spezielle Probleme bezüglich der Arbeitslosigkeit von Frauen.
SPD-Frauen informieren sich über Chancen am
Arbeitsmarkt
Eine verbesserte Kinderbetreuung und eine
familienbewusste Personalpolitik sind die Stellschrauben, mit denen auch
in Emsdetten und dem Kreis Steinfurt die Arbeitslosigkeit von Frauen
besser bekämpft werden könnte. So das Fazit eines Informationsabends, zu
dem die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und
die AWO Emsdetten eingeladen hatten. Als kompetente Gesprächspartner berichteten die
Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit
in Rheine, Gabriele Lange, sowie der Leiter der Geschäftsstellen Emsdetten
und Greven, Michael Weßling, über ihren Aufgabenbereich. „Die
Beschäftigungssituation in Emsdetten ist insgesamt gut, betonte Weßling zu
Beginn seiner Ausführungen. Allerdings sei die Wirtschaft eher technisch
und gewerblich orientiert, so dass es weniger Jobangebote in den
klassischen Arbeitsfeldern von Frauen gäbe. Engpässe zeigten sich
besonders im Metall- und Elektrobereich, bei Lager und Logistik und
Ingenieuren. Von dem Aufwärtstrend der letzten Monate hätten vor allem
Männer profitiert. Allerdings gäbe es auch in einigen Gesundheitsberufen
und bei der Altenpflege bereits jetzt einen Fachkräftebedarf, der
angesichts der demographischen Veränderungen beständig ansteige. Weßling betonte, dass es ein wesentliches Ziel der
Agentur für Arbeit sei, Arbeitslosigkeit zu vermeiden. „Wir verstehen uns
als Dienstleister und verfolgen vor allem das Ziel, die Kunden bei der
Suche nach einer neuen Beschäftigung zu unterstützen. Deshalb sind wir
sehr bemüht, schon in den drei Monaten vor Ende einer Beschäftigung, dem
sogenannten Aktionszeitraum, gemeinsam einen neuen geeigneten Arbeitsplatz
zu finden“, so Weßling. Gabriele Lange, die schon seit 1982 bei der Agentur für
Arbeit beschäftigt ist und sich als Stabsstelle für Chancengleichheit
schwerpunktmäßig kreisweit für die Belange von Frauen einsetzt, sieht noch
Handlungsbedarf. Es gäbe zwar eine gesetzlich festgelegte
Frauenförderquote, berichtet sie, aber in einer Region wie dem Kreis
Steinfurt sei es nicht immer einfach, passende Fortbildungsmaßnahmen und
Arbeitsstellen für Frauen zu finden. In vielen Betrieben und Unternehmen
fehle es an familiengerechten Arbeitszeitmodellen. Das Bewusstsein, eine
familiengerechte Personalpolitik zu machen, setze sich nur langsam durch.
Da 90 Prozent der arbeitslosen Alleinerziehenden im SGB II-Bezug seien,
erwartet Gabriele Lange mit Spannung die Einrichtung einer vergleichbaren
Stabsstelle im Jobcenter des Kreises Steinfurt, um auch diese Frauen
entsprechend unterstützen zu können. |