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Wolfgang Prinz legt sein Mandat nieder Von Christian Busch
Austritt und Eintritt
Da knirschte es bereits bei den Linken, knapp drei Monate später kam es
zum endgültigen Bruch: Wolfgang Prinz trat aus den Linken aus. Fraktions-
und parteiloses Mitglied war er allerdings nicht lange: Im Januar 2010
trat der Sozialexperte in die SPD ein und war fortan Mitglied der
SPD-Fraktion.
„Betrug am Wähler“
Das sorgte für heftigen Protest bei den Linken, allen voran bei Heinz
Bauer. Der warf Wolfgang Prinz öffentlich Betrug am Wähler vor, forderte
ihn auf, sein Ratsmandat an die Linken abzutreten.
Zünglein an der Waage
Ein Hintergrund war die Diskussion um die Abschaffung von Patengeld und
Kinderzimmerzulage. CDU auf der einen, SPD, Grüne, Emsdettener Liste sowie
FDP auf der anderen Seite lieferten sich gleich stark ein Patt. Als Linker
war Prinz noch Zünglein an der Waage - bzw. hätte die Mehrheit für das
Patengeld sogar gesichert. Denn die Linken hatten sich vor und nach der
Wahl für dieses Instrument ausgesprochen. Mit dem Eintritt in die SPD
schlug das Pendel um, die Ein-Stimmen-Mehrheit gegen das Patengeld stand.
Uhr wird zurückgedreht
Mit dem Rücktritt von Wolfgang Prinz wird die Uhr nun zurückgedreht. Zwar
ist das Ratsmandat personenbezogen, da Wolfgang Prinz aber über die Liste
der Linken in den Rat eingezogen ist, fällt das Mandat jetzt an die Linken
zurück. Listenplatz 2 kommt zum Zuge - Heinz Bauer, mittlerweile
Büroleiter der Linken Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler.
Sehr schwer gefallen
Nicht nur vor dem kommunalpolitisch brisanten Hintergrund ist Wolfgang
Prinz der Rücktritt überaus schwer gefallen. Aber: „Ich wollte mein
Ratsmandat mit ganzer Kraft ausfüllen. Das ist mir nicht mehr möglich“,
erzählt Wolfgang Prinz im EV-Gespräch. So leid es ihm tue, Prinz wird in
dem Zusammenhang auch „die liebenswerte, beschauliche und schöne Stadt
Emsdetten“ als Wohnort verlassen.
Emsdetten treu verbunden
Sein Arbeitsplatz bleibe aber hier, „so dass ich Emsdetten weiterhin treu
verbunden bleibe“, sagt Wolfgang Prinz. Der möchte sich explizit bei allen
Mitarbeitern der Stadtverwaltung, bei allen Ratsmitgliedern, den
Fraktionen und besonders den Mitgliedern des Kultur- und des
Sozialausschusses „für die gute und faire Zusammenarbeit“ bedanken.
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