aus der EV vom 13.07.2011

Wolfgang Prinz legt sein Mandat nieder

EMSDETTEN SPD-Ratsherr Wolfgang Prinz wird sein Mandat aus gesundheitli­chen Gründen zum 31. Juli niederlegen. Damit wird es im Stadtrat wieder et­was bun­ter. Denn seinen Platz wird Heinz Bauer von den Linken einnehmen.
Von Christian Busch

Wieso beerbt ein Mitglied der Linken einen SPD-Mann? Ganz einfach: Wolfgang Prinz war bei der Kommunalwahl im Herbst 2009 als Spitzenkandidat für die Linken angetre-ten, die örtliche Linkspartei holte 3,4 Pro-zent. Das reichte für einen Sitz im Rat, Prinz stand auf Listenplatz eins und saß fortan im Kommunalparlament.

Austritt und Eintritt

Da knirschte es bereits bei den Linken, knapp drei Monate später kam es zum endgültigen Bruch: Wolfgang Prinz trat aus den Linken aus. Fraktions- und parteiloses Mitglied war er allerdings nicht lange: Im Januar 2010 trat der Sozialexperte in die SPD ein und war fortan Mitglied der SPD-Fraktion.

„Betrug am Wähler“

Das sorgte für heftigen Protest bei den Linken, allen voran bei Heinz Bauer. Der warf Wolfgang Prinz öffentlich Betrug am Wähler vor, forderte ihn auf, sein Ratsmandat an die Linken abzutreten.

Zünglein an der Waage

Ein Hintergrund war die Diskussion um die Abschaffung von Patengeld und Kinderzimmerzulage. CDU auf der einen, SPD, Grüne, Emsdettener Liste sowie FDP auf der anderen Seite lieferten sich gleich stark ein Patt. Als Linker war Prinz noch Zünglein an der Waage - bzw. hätte die Mehrheit für das Patengeld sogar gesichert. Denn die Linken hatten sich vor und nach der Wahl für dieses Instrument ausgesprochen. Mit dem Eintritt in die SPD schlug das Pendel um, die Ein-Stimmen-Mehrheit gegen das Patengeld stand. Uhr wird zurückgedreht

Mit dem Rücktritt von Wolfgang Prinz wird die Uhr nun zurückgedreht. Zwar ist das Ratsmandat personenbezogen, da Wolfgang Prinz aber über die Liste der Linken in den Rat eingezogen ist, fällt das Mandat jetzt an die Linken zurück. Listenplatz 2 kommt zum Zuge - Heinz Bauer, mittlerweile Büroleiter der Linken Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler.

Sehr schwer gefallen

Nicht nur vor dem kommunalpolitisch brisanten Hintergrund ist Wolfgang Prinz der Rücktritt überaus schwer gefallen. Aber: „Ich wollte mein Ratsmandat mit ganzer Kraft ausfüllen. Das ist mir nicht mehr möglich“, erzählt Wolfgang Prinz im EV-Gespräch. So leid es ihm tue, Prinz wird in dem Zusammenhang auch „die liebenswerte, beschauliche und schöne Stadt Emsdetten“ als Wohnort verlassen.

Emsdetten treu verbunden

Sein Arbeitsplatz bleibe aber hier, „so dass ich Emsdetten weiterhin treu verbunden bleibe“, sagt Wolfgang Prinz. Der möchte sich explizit bei allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung, bei allen Ratsmitgliedern, den Fraktionen und besonders den Mitgliedern des Kultur- und des Sozialausschusses „für die gute und faire Zusammenarbeit“ bedanken.