Die SPD-Fraktion und Bürgermeister Moenikes, der den Etatentwurf er­läu­terte, sahen wenig Spielraum bei der Etatberatung für das kommende Jahr.
 

Schwierige Haushaltsberatungen

Wenig Spielraum sieht die SPD-Fraktion in den Haushaltsberatungen für das kommende Jahr. „Insgesamt wird es schwierig werden, die hohen Standards in Emsdetten auf Dauer zu halten“, fasste der Fraktionsvorsitzende Dr. Thomas Kock die Diskussion zusammen. Ein Defizit wie in diesem Jahr sei auf Dauer nicht hinzunehmen. „Wenn sich der Bund nicht deutlich stärker an den Soziallasten beteiligt, wird ein Haushaltsausgleich auch in den kommenden Jahren kaum möglich sein“, erklärte Lothar Slon.

So waren die Diskussionen davon geprägt, auf der einen Seite Mittel einzusparen und auf der anderen Seite die Einnahmeseite der Stadt zu verbessern.

Allerdings gibt es auch einige Lichtblicke im Haushalt. Dazu gehört die von der SPD beantragte neue Turnhalle am Gymnasium. „Durch den Wegfall der Buckhoffhalle ist der Neubau für die Schulen unverzichtbar“, so Dieter Tillmann, und auch die Sportvereine profitierten davon. Nach Auffassung der SPD soll die neue Halle mit einer kleinen Tribüne ausgestattet werden, die etwa 50 bis 60 Besuchern Platz bieten kann, damit in der Halle auch Meisterschaftsspiele ausgetragen werden können. Überlegt werden soll, inwieweit sich der TVE an diesen Kosten beteiligen kann, etwa indem der Verein die Möblierung dieser kleinen Tribüne übernimmt. Ebenfalls soll die Halle mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet werden. „Hier kommt der Stadt eine Vorbildwirkung zu“, meinte dazu Edith Breitzmann, gleichzeitig würden die Kosten von etwa 80.000 Euro nach 12 Jahren wieder eingespart sein – eine Energierechnung, die für die SPD aufgeht.

Als großen Erfolg für ihre Partei sieht es die SPD an, dass im kommenden Jahr die Lindenstraße wieder an die Elbersstraße angebunden und gleichzeitig bis zur Diekstraße ausgebaut wird. „Hierfür haben wir jahrelang gekämpft, und jetzt kann diese wichtige Maßnahme endlich umgesetzt werden“, betonte Gaby Brückner. In der weiteren Verlängerung der Lindenstraße im Anschluss an die Diekstraße soll zumindest neuer Asphalt aufgetragen werden, sodass sich die Straße im kommenden Jahr endlich in einem vernünftigen Zustand präsentieren wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für die SPD der Neubau der Gustav-Wayss-Straße, der den Südring mit der Gutenbergstraße verbindet. „Wir brauchen diese Straße, um neue Gewerbe- und Industriebetriebe ansiedeln zu können“, erklärte Harald Lude, dieses schaffe neue Arbeitsplätze und rechne sich auf Dauer auch durch die zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen.

Sparen will die SPD vor allem beim Abwasserwerk. Hier sollen einige Maßnahmen in die Zeit gesetzt werden und der Kreditbedarf des Abwasserwerkes soll deutlich verringert werden. Erhöhen möchte die SPD die Vergnügungssteuer von jetzt 19 auf 22%. Dies ist die Steuer, die auf Geldspielautomaten erhoben wird. Durch die Erhöhung kann die Stadt mit jährlichen Mehreinnahmen von 63.000 Euro rechnen.

„Der Haushalt trägt in vielen Punkten auch die Handschrift der SPD“, fasste Marita Haude zusammen. Als Beispiel hierfür nannte Haude insbesondere die sehr guten Werte der Stadt bei der Ganztagsbetreuung der Kinder. Von daher wird die SPD-Fraktion den Haushalt aller Voraussicht nach auch in diesem Jahr mittragen.