Bürgerbusverein informiert SPD Vorstand

Wir wünschen uns mehr Frauen


Dieter Tillmann            GünterTubbesing          Karl-Heinz Weßling      Willy Sellin

Die Begeisterung ist Karl-Heinz Weßling auch vier Jahre nach der Vereinsgründung noch deutlich anzumerken. Gemeinsam mit Willy Sellin stellte der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins Emsdetten-Saerbeck e. V. auf Einladung des SPD-Ortsvereins die Entwicklung des Emsdettener Erfolgsmodells vor. „Seit der Gründung am 29. März 2007 haben wir uns zum bundesweit zweitgrößten Bürgerbusverein entwickelt. Wir sind heute sogar die Einzigen, die mit zwei Bussen fahren“, berichtete der Vorsitzende nicht ohne Stolz.

Was vor vier Jahren begonnen wurde, um die Lücken im Öffentlichen Personennah- verkehr (ÖPNV) zwischen Hembergen, Emsdetten und Saerbeck zu füllen, habe alle Erwartungen übertroffen. Damals hatte das Land NRW die Kosten für die Anschaffung des ersten Bürgerbusses übernommen und eine Organisationspauschale für den Verein zur Verfügung gestellt. Auch der Kreis Steinfurt unterstützte die ehrgeizigen Pläne der Vereinsgründer.

 Die Anschaffung des zweiten Bürgerbusses sei ebenfalls durch eine Landesförderung möglich geworden. „Der eigentliche Fahrbetrieb ist zwar nicht kostendeckend, aber durch Einnahmen aus dem Sponsoring und den Verkauf von Fahrscheinen gelingt es doch, das Defizit bis heute verhältnismäßig gering zu halten“, so Weßling. Besonders erfreulich sei die stetige Zunahme der Fahrgastzahlen.
Die zunächst befürchtete Konkurrenz mit dem RVM sei nicht eingetreten. „Im Gegenteil. Die Nutzung des Bürgerbusses hat die allgemeine Akzeptanz des ÖPNV in Emsdetten und Saerbeck deutlich erhöht. Auch die Fahrgastzahlen beim RVM sind angestiegen“, berichtete Weßling.

Ohne den zuverlässigen Einsatz der zahlreichen Ehrenamtlichen wäre ein solches Angebot aber nicht zu leisten, betonen die beiden Vereinsvertreter. „80 Freiwillige fahren inzwischen regelmäßig die Strecken innerhalb Emsdettens und zwischen Emsdetten und Saerbeck“, konnte Fahrdienstleiter Willy Sellin berichten. „Um einen Bürgerbus zu fahren, wird kein besonderer Führerschein benötigt. Er ist ein normaler Kleinbus, mit dem wir maximal acht Fahrgäste transportieren können. Interessierte müssen lediglich älter als 21 Jahre sein, ein Führungszeugnis vorlegen, zwei Jahre Fahrpraxis haben und eine Untersuchung von Augen und Ohren durchführen lassen. Erst ab 65 ist jedes Jahr der Nachweis einer Gesundheitsprüfung notwenig“, erklärt Fahrdienstleiter Sellin. „Derzeit sind die  Mehrzahl unserer FahrerInnen Senioren oder Hausfrauen. Der Anteil der Frauen hat sich zwar inzwischen auf 15 Prozent erhöht, wir würden uns aber sehr freuen, wenn weitere Fahrerinnen hinzukommen“, betont Weßling.

Das Erfolgsrezept des Bürgerbusses sei aber nicht nur der rein praktische Nutzen der Busverbindungen, sind sich die beiden Vereinsvertreter sicher. Mit dem Bürgerbus und dem Verein habe sich neben der Mobilität für die Fahrgäste auch für die Aktiven die Lebensqualität deutlich verbessert. Das Engagement im Bürgerbusverein biete nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Auch die Geselligkeit bei gemeinsamen Unternehmungen - wie noch kürzlich eine Fahrt zur Grünen Woche nach Berlin - werde im Verein groß geschrieben. Neue Mitglieder, auch Nichtaktive, seien jederzeit willkommen. Abschließend bedankte sich SPD-Ortsvereinsvorsitzender Harald Lude für das beeindruckende Engagement der Emsdettener und wünschte den beiden Verantwortlichen und ihren Mitstreitern auch weiterhin viel Erfolg.