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aus der EV vom 11.10.2010
Der SPD-Vorsitzende Harald Lude (l.)
ehrte am Wochenende viele verdiente Mitglieder für ihre langjährige
Treue zur Partei (v.l.) Berthold Terbrüggen, Heinz Korte, Willi Ranke,
Herbert Topp, Karl-Heinz Bruns, Helmut Laumann, Leni Bröring, Jürgen Coße
EV-Foto Möllmann
Die Keimzelle Kommunalpolitik
SPD ehrte am Wochenende verdiente Mitglieder
für ihre langjährige Mitgliedschaft
EMSDETTEN. Vor allem wegen der
Ehrung verdienter Mitglieder hatte der SPD-Vorsitzende Harald Lude am
Wochenende zur Mitgliederversammlung eingeladen. Die Genossen bekamen
gleichzeitig Einblicke in die Bundespolitik.
Vorsitzender Harald Lude freute sich über
einen gut gefüllten Saal im Restaurant Beckwermert. Besondere Bedeutung
hatte dabei die Ehrung der Jubilare. Leni Bröring und Helmut Laumann
wurden für 25, Berthold Terbrüggen, Heinz Koort, Willi Ranke, Herbert
Topp und Karl-Heinz Bruns sogar für 40 Jahre Mitgliedschaft bei der SPD
gekürt. Dafür gab es viel Beifall.
Im Anschluss nahm Jürgen Coße, stellvertretender
SPD-Unterbezirksvorstand des Kreises Steinfurt, die wichtigsten Fakten und
Beschlüsse des Bundesparteitages ins Visier. Vorweg erzählte er von
einem Erlebnis, bei dem er gefragt worden sei, warum es die SPD eigentlich
noch gäbe. Die Antworte gab Coße, indem er die Geschichte seiner Partei
Revue passieren ließ und anmerkte, dass sie immer wieder verboten worden
war. Dies alles habe die SPD nur stärker gemacht und „besonders die
Idee, dass das Soziale und Demokratische zusammengehören, haben die
Partei aufblühen lassen.“
Spannungsfelder
Bezüglich der aktuellen Situation betonte Jürgen Coße das
Spannungsverhältnis zur FDP, die mit der Sen kung der Hotelsteuer die
Besserverdiener unterstützen würde. „Ein Gutverdiener kann bei der
Steuerfrage sagen, wir brauchen das nicht, und seine Straße zur Not
selber bauen. Anderen fehlt das Geld. Starke Schultern können jedoch
besser tragen, was bedeutet, dass die Hotelsteuersenkung rückgängig
gemacht werden muss“, erläuterte er bildhaft.
Es müsse dafür gesorgt werden, dass es der gesamten Gesellschaft gut
gehe und nicht nur den Hoteliers. Ebenfalls sprach er die Humanisierung
der Arbeitswelt an und verglich die Arbeitsbedingungen einer nach Schweden
ausgewanderten deutschen Krankenschwester mit denen in Deutschland:
„Wenn wir nicht die Frage der Arbeitsbedingungen stellen, macht es
keiner“, erklärte er aus voller Überzeugung.
„Man erkennt die Situation eines Staates daran, wie es den Schwächsten
und nicht den Stärksten geht“.
Dann ging Jürgen Coße auf die Finanztransaktionssteuer ein: „Nach
Ihrem Einkauf können Sie auf Ihrem Kassenzettel die Mehrwertsteuer sehen,
die Ihnen für die Einkäufe berechnet wurde. Warum soll es das nicht auch
bei Finanzprodukten geben?“. Die Krise sei gerade erst vorbei, und die
Zocker seien längst wieder da. „Das Casino ist eröffnet“, so der
stellvertretende Unterbezirksvorstand.
Helfen und fordern
Ebenso rückte er das Thema Hartz IV in den Mittelpunkt und unterstrich ,
dass den Betroffenen immer wieder aufs Neue geholfen werden müsse, indem
man sie motiviere und den Wert der Arbeit betone, aber sie in gewissem Maße
auch fordern müsse. Zum Schluss ermutigte Coße die Parteimitglieder zu
Selbstbewusstsein und stellte noch einmal fest, dass die Keimzelle der
Demokratie die Kommunalpolitik sei. leo
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