CDU stellt Antrag auf Überprüfung der Umwandlung der Marien-Hauptschule in eine Gesamtschule

Die CDU stellte überraschender Weise den Antrag, zu überprüfen, ob die Marien- Hauptschule in eine Gesamtschule umgewandelt werden könne. 

Die SPD beantragte daraufhin den Prüfungsantrag dahin gehend zu verändern, dass eine konkrete Schule nicht benannt werden solle, was CDU, Grüne und die FDP ablehnten. 

Hier eine Antwort auf Leserbriefe der CDU und der Grünen von Gerd Endemann, SPD-Ratsmitglied

Herr Gehring, der sachkundige Bürger der CDU, hat mit seinem Leserbrief die Katze aus dem Sack gelassen. Die CDU will keine Gesamtschule, die ihren Namen verdient. Sie will eine Hauptschule zur Gesamtschule machen und mehr nicht. Einer Prüfung, welche die Frage offen lässt, ob z. B. eventuell das Gymnasium zur Gesamtschule umgewandelt wer­den könnte, hätte die CDU unter keinen Umständen zugestimmt. So etwas ist jenseits aller ihrer Vorstellung.

Auf die SPD-Frage in der Schulausschusssitzung, ob sie denn eine Gesamtschule überhaupt wolle, antwortete Frau Meyer zur Altenschildesche (CDU) nur ausweichend mit dem Hinweis auf die vorgesehene Prüfung.

Was bedeutet das aber für eine Gesamtschule in der Emsdettener Schullandschaft: Das Gymnasium schöpft die Creme ab, es bleibt dann vielleicht auch noch eine Realschule und die Gesamtschule nimmt den Rest.

Eine solche Gesamtschule hat in Emsdetten keine faire Chance. Diesen Konkurrenzkampf haben viele Gesamtschulen in NRW, die sich nicht wie in Saerbeck die Schüler aussuchen können, auszuhalten und bleiben im Leistungsvergleich vielleicht auf der Strecke, sodass die konservativen Bildungsbürger wiederum mit dem Finger auf die Gesamtschule zeigen können. Wobei ja häufig nur das überprüfbare Wissen getestet wird und erworbene soziale Kompetenz unberücksichtigt bleibt.

Genau dieses Verhalten wird vor dem UN-Menschenrechtsrat an den Pranger gestellt, indem er das deutsche gegliederte Schulwesen, das Kinder viel zu früh auf verschiedene Bildungsgänge aufteilt, als selektiv, diskriminierend und undemokratisch an den Pranger stellt.

Die Gesamtschule darf nicht Teil eines gegliederten Schulsystems sein sondern die Schule, die alle Schüler ihren Fähigkeiten entsprechend fördert.

Der Versuchung, diese Schule wieder in die Ecke der verteufelten sozialistischen Einheits­schule zu stellen, konnte der „grüne“ Arnold Gieseke als ehemaliger Gymnasial­lehrer des Martinums nicht widerstehen, indem er Frau Vogler, die Sprecherin einer Elterninitiative für eine Gesamtschule, als Sprecherin der linken WASG „entlarvte“.

Er sollte vielleicht einen Blick ins Internet wagen und dort seitenweise eine Fülle von Initiativen seiner grünen Kollegen in anderen Städten und Bundesländern verfolgen, die eine Gesamtschule vehement fordern. Darunter auch seine Parteikollegen im NRW-Landtag, die folgenden Antrag stellten :

LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN
14. Wahlperiode

 

Drucksache  14/4022

 

20.03.2007

Antrag

 der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

 Eltern wollen mehr Gesamtschulen

 I. Gesamtschulen boomen - Elternwunsch muss entsprochen werden

 Die Anmeldezahlen an den Gesamtschulen sind so hoch wie nie. Rund 47 200 Kinder wurden in den vergangenen Wochen an den nordrhein-westfälischen Gesamtschulen angemeldet. Dies entspricht ungefähr einem Viertel aller Kinder, die zum kommenden Schuljahr an die weiterführenden Schulen wechseln - erneut eine erhebliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Landesweit gibt es allerdings nur rund 30 000 Plätze im fünften Schuljahr an den Gesamtschulen. Mehr als 17 000 Kinder mussten daher zwangsläufig von den Gesamtschulen abgewiesen werden und können nun nicht die von ihnen und ihren Eltern gewünschte Schulform besuchen. Dies führt zu erheblichem Frust und großer Enttäuschung bei den Kindern und ihren Eltern. Das Recht auf freie Schulwahl - so will es scheinen - gibt es für die schwarz-gelbe Landesregierung nur, wenn es politisch in ihr Konzept passt. In vielen Kommunen gibt es aber Initiativen von Eltern, die Neugründungen von Gesamtschulen erwirken wollen. Selbst konservativ geführte Gemeinden - wie Neuss oder Emsdetten - denken über die Gründung neuer Gesamtschulen nach.

 II. Landesregierung lässt Unterstützung vermissen

Während die Eltern mit den Füßen abstimmen und die Nachfrage nach Plätzen an den Gesamtschulen Jahr für Jahr steigt, lässt die Landesregierung jede Unterstützung zugunsten der Neugründung von Gesamtschulen vermissen. In der aktuellen schwarz-gelben Landespolitik werden die Gesamtschulen stiefmütterlich behandelt: Die Entlastung für Schulleitungen wird gekürzt, zusätzliche Lehrerstellen kommen fast ausschließlich den anderen Schulformen zugute und im Grundschulgutachten sollte ursprünglich sogar die Empfehlung für die Gesamtschule gestrichen werden. Die Leistungen der Gesamtschulen im Testlauf für das Zentralabitur erfahren keinerlei Wertschätzung. Um Neugründungen zu vermeiden, wurde im Schulgesetz die Vorgabe gestrichen, dass Gesamtschulen in der Regel als Ganztagsschulen geführt werden - ungeachtet der Tatsache, dass der Differenzierungsbedarf der Bildungsgänge in der Gesamtschule den Ganztagsbetrieb erforderlich macht. In Schreiben an Kommunen, in denen Neugründungen von Gesamtschulen angestrebt werden, weist das Schulministerium ausdrücklich darauf hin, dass neu gegründete Gesamtschulen keinen Ganztagsbetrieb werden anbieten können, da die Landesregierung den Ganztagsausbau in der Sekundarstufe I auf die Hauptschulen begrenzt - die Schulform, die von den Eltern kaum noch nachgefragt wird und trotz so genannter "Hauptschuloffensive" dramatisch sinkende Schülerzahlen zu verzeichnen hat.

 

III. Der Landtag fordert die Landesregierung auf

das Recht der Eltern auf die Wahl der weiterführenden Schule für ihre Kinder anzuerkennen und die Gründung neuer Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen aktiv zu unterstützen,

  • jedwede Versuche einzustellen, die darauf abzielen, die Neugründung von Gesamtschulen in den Kommunen negativ zu beeinflussen,
  • den Ganztag auch bei Gesamtschulneugründungen sicherzustellen.

 

Sylvia Löhrmann

Johannes Remmel

Sigrid Beer

Rüdiger Sagel 

und Fraktion