SPD möchte Gemeinschaftsschule in Emsdetten

„Wir stehen vor sehr großen Veränderungen für die Schulen in Emsdet­ten“, fasste Gerd Endemann eine Diskussion in der SPD-Fraktion zu­sam­men. „Wenn wir in den nächsten Jahren davon ausgehen, dass noch etwa 270 Kinder pro Jahrgang die Schulen besuchen und davon noch mindestens 50 Schulen außerhalb Emsdettens wählen, so reicht die ver­bleibende Kinderzahl für momentan vier weiterführende Schulen in Emsdetten nicht aus“, so Endemann. Eine oder mehrere Schulen müssten schließen.

Die SPD fordert einen neuen Schulentwicklungsplan, der auf diese Zahlen reagiert. Ziel der SPD ist es, dass in Emsdetten der Elternwille stärker berücksichtigt wird, damit mehr Eltern ihre Kinder in Emsdettener Schulen anmelden. „Ein wichtiger Schritt hierzu ist die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule“, betonte Christian Kohlmann. Zu einer solchen Ge­meinschaftsschule könnte eine Realschule mit der Hauptschule bei einer engen Zusam­men­arbeit mit dem Gymnasium kooperieren. „Die Stadt hat viel Geld in die Emsdet­te­ner Schulen investiert und es wäre unvernünftig, wenn demnächst nur aus ideo­logi­schen Gründen ein oder mehrere Schulgebäude in Emsdetten leer stehen“, meinte dazu Dr. Thomas Kock. „Es ist Zeit, dass die CDU über ihren Schatten springt und eine für Emsdetten sinnvolle Lösung unterstützt.“

Um die Entwicklung voranzutreiben stellte die SPD-Fraktion folgenden Antrag:

An den
Rat der Stadt Emsdetten
Herrn Bürgermeister
 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,  

namens der SPD-Fraktion stelle ich folgenden Antrag:  

Der Rat der Stadt benennt folgende Zielvorstellungen:

1. In Emsdetten soll das Schulsystem so umgestaltet werden, dass möglichst alle Emsdettener Eltern ihre Kinder auch in Emsdettener Schulen anmelden. Hierbei soll dem Elternwillen stärker als bisher Rechnung getragen werden.

2. Es soll verhindert werden, dass durch die insgesamt sinkenden Schülerzahlen und die gesamtgesellschaftlich eher geringe Akzeptanz der Hauptschule die Marienschule in Emsdetten in absehbarer Zeit schließen muss.  

Um diese Ziele zu erreichen, wird ein neuer Schulentwicklungsplan erarbeitet, der sowohl den Elternwillen stärker berücksichtigt als auch auf die tendenziell sinkenden Schülerzahlen eingeht.  

Begründung:

Sehr viele Emsdettener melden ihre Kinder in Schulen umliegender Gemeinden an. Dies ist auch eine Abstimmung mit den Füßen. Hierbei erfreuen sich insbesondere die Gesamtschulen – neben dem kirchlichen Gymnasium in St. Arnold - einer hohen Akzeptanz.

Ziel muss es sein, in Zukunft in Emsdetten ein Angebot zu schaffen, dass für eine größere Gruppe von Eltern attraktiv ist.

Hierzu erscheint die Errichtung einer Gemeinschaftsschule in Emsdetten sinnvoll. Ein erster Schritt hierzu könnte die Kooperation zwischen einer Realschule und der Hauptschule bei einer engen Zusammenarbeit mit dem Gymnasium darstellen.

Neben pädagogischen und sozialen Gründen erscheint die Einrichtung einer solchen Gemeinschaftsschule auch aus ganz pragmatischen Erwägungen für Emsdetten sinnvoll. Es geht auch darum, die in Emsdetten für viel Geld aus- und umgebauten Schulgebäude auch in Zukunft nutzen zu können, anstatt dass Schulen leer stehen und gleichzeitig der Anteil Emsdettener Eltern, die ihre Kinder in anderen Gemeinden zum Besuch weiterführender Schulen anmelden, tendenziell steigt.  

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Thomas Kock

Fraktionsvorsitzender