SPD setzt „Armut in Emsdetten“ als Schwerpunktthema fest  

Nicht erst durch die anhaltende bundespolitische Diskussion hat die SPD-Ratsfraktion beschlossen, das Thema „Armut in Emsdetten“ zu einem der wesentlichen Themen für die kommenden Haushaltsberatungen zu machen.

„Der Einstieg zur Armut ist vorrangig heute die Arbeitslosigkeit sowie die Anzahl von Kindern. Nach einem Jahr ALG II zu bekommen, bedeutet einen rasanten sozialen Absturz mit verheerenden Folgen:

  • Überschuldung, weil Raten und Hypotheken nicht mehr getilgt werden können,

  • keine sozialen Bindungen mehr,

  • wenig Teilhabe am kulturellen Leben usw.

Insbesondere Alleinerziehende sind in dieser Situation schnell von Armut betroffen“, machte SPD-Vorsitzender Harald Lude deutlich. Einig sind sich die Sozialdemokraten, dass die Diskussion um das Thema „Armut in Emsdetten“ in Emsdetten bei weitem nicht den Stellenwert hat, der diesem Thema zukommt.

Die SPD hat dazu einen umfangreichen Antrag an den Stadtrat geleitet. Folgende Schwerpunkte werden dort gesetzt:

  • Verbesserung der Hilfen für Familien in Not. Viele Familien sind mit der Situation der Armut überfordert, können familiäre Probleme nicht mehr bewältigen. Eine Unterstüt­zung nicht nur bei finanziellen Nöten, sondern auch soziale und psychologische Betreuung ist hier häufig notwendig.
  • Insofern sind die Schuldnerberatung und die Familienhilfe deutlich auszubauen. Bei der Schuldnerberatung sollen die Verbundsparkasse und die Kirchen mit einbezogen werden.
  • Die Belastung durch die Nichtübernahme von Schulbüchern bei Hartz IV-Empfängern ist erheb­lich. Sie muss über kommunale Mittel ausgeglichen werden.

Matthias Münning ergänzte als Mitglied des Kreistages, dass der Rat darauf achten müsse, dass der Kreis genügend qualifi- zierte Förderangebote für arbeitslose SGB II Empfänger macht. Wichtig sei, dass Menschen, die derzeit keine Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, eine quali- fizierte Tätigkeit in einem Brücken- oder Integrationsjob angeboten wird. Nach Hanne von Schledorn sollen hierbei auch besondere Angebote für Menschen mit Migrations- hintergrund und für Frauen geschaffen werden.