aus der EV Juni 2005

SPD fordert ein Sofortprogramm

Betreuungsplätze für unter Dreijährige

Emsdetten • Die SPD-Fraktion will ein Sofortprogramm zur Betreuung, Förderung und Bildung von Kindern unter drei Jahren in Emsdetten auflegen. In einem Antrag für die nächste Sitzung des Rates hat die SPD vier konkrete Punkte aufgelistet, mit denen schon in diesem Jahr das Betreuungsangebot deutlich verbessert werden könnte.

Die SPD-Fraktion hat über ihre guten Kontakte zur Landesregierung mit Hilfe von Elisa- beth Veldhues in Erfahrung gebracht, dass insbesondere durch Rückgang der Kindergar- tenkinderzahlen frei werdende Plätze in bestehenden Einrichtungen unbürokratisch und flexibel für unter Dreijährige umgewandelt werden können. Das Land NRW habe zudem ein neues Förderprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro für Kinder von ehemaligen Sozial- hilfebezieherinnen und Eltern in Elternzeit aufgelegt, mit dem landesweit 7000 neue Plätze für Kleinkinder geschaffen werden könnten.

Nach Auffassung von Gerd Endemann sollen diese Möglichkeiten in Emsdetten möglichst schnell genutzt werden: „Wir wollen in Emsdetten ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Angebot von Betreuungsmöglichkeiten schaffen. Damit könnten Mütter und Väter Familie und Beruf besser miteinan- der vereinbaren.“ Das Land NRW habe einige Hemmnisse beseitigt, die Kom- mune sei nun in der Pflicht zu handeln.

Nach dem Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), das am 1. Januar 2005 in Kraft ge­ treten ist, sind die Kommunen verpflichtet, bis zum Jahr 2010 ein bedarfsgerechtes An- gebot an Plätzen für Kinder unter drei Jahren zu schaffen. Damit soll vor allem in den westlichen Bundesländern ei­ne Lücke in der Betreuung ge­schlossen werden. Die Bun- desregierung geht davon aus, dass für 20 Prozent der unter dreijährigen Kinder ein Be- treuungsbedarf besteht. Ein großer Teil der Eltern sieht für sich zurzeit noch keinen Be- darf. Nach wie vor nutzen vie­le Mütter die Elternzeit zur Betreuung und Pflege ihres Kindes.

Die SPD-Fraktion sieht den­noch in Emsdetten ein deut­lich über dem vorhandenen An- gebot liegenden Bedarf, den sie durch den Ausbau der Plätze in Tageseinrichtungen und einer qualifizierten Ta­gespflege abdecken will.