aus dem Emsdettener Tageblatt vom 31.04.2000
Hauptsache keine Sonne am 14. Mai
Landtagskandidatin Elisabeth Veldhues
zu Gast bei der Emsdettener SPD: "Richtung Zukunft"
Von Markus Brügge
E
m s d e t t e n. Ob das ein Zeichen ist? Auf der Theke im Saal von
Beckwermert steht eine Vase mit Rosen, ihre Farben: rot und gelb. Aber das
politische Farbenspiel ist am heutigen Abend kein Thema: Elisabeth Veldhues,
Kandidatin für den Landtag, ist zu Gast bei der Mitgliederversammlung des
SPD-Ortsvereins. Und sie hat ganz andere Sorgen als denkbare Koalitionspartner,
die Wahlmüdigkeit im Lande macht ihr zu schaffen. Sie kennt halt ihre
sozialdemokratischen Stammwähler: „Wenn schönes Wetter ist ..." Die
drei Punkte sollen heißen: „...dann bleiben die zu Hause." Was nützen da
die guten Leistungen von Bundes- und Landesregierung, von denen Elisabeth
Veldhues in ihrer Rede den Emsdettener Genossen berichtet.
Wenn es am 14. Mai nicht regnet, könnte es eng werden, glaubt sie. Die Leute müssten motiviert werden, „vom Sofa holen", nennt sie das - und das sagt sie den Leuten auch so in der Diskussion nach ihrer Rede. Zumal sie die Statistik kennt. „Hier, schauen Sie", zeigt sie auf eine kopierte Tabelle, auf der die Wahlergebnisse für Emsdetten gelb markiert sind. Das Problem bei der jüngsten Kommunalwahl seien nicht die Wechselwähler gewesen, man habe die eigene Klientel nicht an die Wahlurnen bringen können. Das soll sich nicht wiederholen in knapp zwei Wochen, wenn sie gegen Josef Wilp von der CDU antritt.Bevor sie davon erzählen darf und wie es mit ihr und Wolfgang Clement „Richtung Zukunft" geht, steht ein Blick in die Vergangenheit der Partei an: 15 verdiente Genossen gilt es zu ehren, mit Präsentkorb, Anstecknadel und Urkunde für 25 oder 40 Jahre, wahlweise mit einem CD-Gutschein - die Kandidatin steht verbindlich lächelnd neben dem Ortsverbandsvorsitzenden Harald Lude, sie sieht fast so aus wie ihr Konterfei auf den Wahlplakaten.Verbindlich redet sie auch über ihre Vorstellung von Politik. Und weil sie nicht nur aus dem luftleeren Raum sprechen will, erzählt sie von der Firma für Hörgeräte-Akustik in Rheine, die 86 Arbeitsplätze in fünf Jahren geschaffen hat. Solchen Unternehmen wolle man helfen. Das bringt anerkennendes Kopfnicken im Saal - und ist allemal anschaulicher als das beliebte Reden von Innovation und Wachstum. Dass man Rückenwind aus Berlin habe, sagt Elisabeth Veldhues auch; und dass man stolz sein könne auf die Leistungen der Landesregierung: Die Zahl der Arbeitsplätze in NRW steige, denn „wir haben den Strukturwandel gemeistert". So könne man in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein „Job-Wunder" schaffen, verspricht die Kandidatin und macht den Ortsgenossen Hoffnung auf ein zweites kleines Wirtschaftswunder.
Der Gegenkandidat Jürgen Rüttgers steht bei ihr ganz am Ende - die Sache ist uns wichtiger, will sie damit wohl signalisieren. Ganz ohne „Kinder statt Inder" geht es aber nicht. Verlogen sei die CDU, wenn sie Ausbildung statt Einwanderung fordere - und es zeige, dass der Konkurrenz die Themen ausgingen. So könne man die Wahl nur verlieren, wenn die Stammwähler die Wahl verschliefen. Hauptsache keine Sonne am 14. Mai.