aus der EV vom 29. Mai 1999

NRW-Staatssekretär: „Andere Städte sind weiter"
Zeit ist entscheidend

Pressekonferenz mit Staatssekretär Adamowitsch

pics/adamovitch.jpg (55083 Byte)Emsdetten (std) - Die Bemühungen um die Weiterentwicklung des Bahnhofkonzeptes gehen weiter. Gestern präsentierte der SPD-Ortsverband mit Bürgermeister­kan­di­dat Dr. Engelbert Recker den aktuellen Verfahrensstand seiner Aktivitäten.
Die Planungsarbeit um den Bahnhof wird weiterhin zweigleisig gefahren. „Genau solch einen Wettkampf haben wir immer gewollt - einen Wettstreit um die besten Ideen", führte SPD-Chef Harald Lude aus.
Aufbauend auf dem SPD-Plan „Bahnhof 2000" wurden erste Kostenschätzungen präsentiert. Man hätte auch den am 6. Mai im Rat verabschiedeten Rahmenplan von CDU und SPD zusammennehmen können, aber beide seien bis auf Kleinigkeiten identisch. Wegen der Kongruenz habe man am 6. Mai auch zustimmen können. Unterstützt wurde die SPD durch Georg Wilhelm Adamowitsch, Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr MWMTV), Bernd Küppers vom Zweckverband SPNV und Dieter Blase von der IBA. Nach Schätzungen des Zweck­verbandes des Schienenpersonalnahverkehrs Münsterland kommen nach Erfahrungswerten unge­fäh­re Kosten von 25 Millionen DM auf das Projekt zu. Knapp 90 Prozent werden vom Land gefördert.

Eine Zusicherung, so Adamowitsch, sei dies natürlich nicht. Emsdetten müsse in den NRW-Rah­men­vertrag zwischen den Zweckverbänden des SPNV, dem MWMTV, dem Ministerium für ASSKS und der DB Station und Service aufgenommen werden, „Von einer Idee bis zu einem fertigen Antrag - und nur der entscheidet - ist es ein langer Weg."
Um so begrüßenswerter sei es, wenn die Parteien in Emsdetten sich den Bahnhof so zu Herzen nähmen. Der Vertragspartner sei natürlich die Stadt. „Am Anfang sind aber die Anstöße wichtig."

Einen solchen hat die SPD mit ihrem Informationsgespräch mit den beteiligten Stellen erbracht. Um in den Genuss der Förderungen zu kommen, sei ein Faktor neben dem Wahlkampf wichtig: die Zeit. „Es gibt Städte, die mit ihren Planungen weiter sind, Emsdetten muss sich beeilen", machte Adamowitsch deutlich. Vom Windhundrennen sei zwar noch keine Rede, dennoch bestehe Handlungsbedarf.

Bundestagsmitglied Reinhold Hemker will sich deshalb in das Projekt mit einspannen lassen. „Ich möchte von der Stadt einen offiziellen Auftrag. Ich möchte vermitteln." Staatssekretär Adamowitsch begrüßte die Moderatorfunktion.

 

 

 

aus dem ET vom 29. Mai 1999

Staatssekretär drängt auf Tempo
Staatssekretär Adamowitch bei der Besichtigung des Emsdettener Bahnhofs

MdB Hemker will „offiziellen Auftrag", Beziehungen spielen zu lassen

pics/adamowitch2.jpg (67519 Byte)-gir- Emsdetten. Die Stadt muß zu „Potte kommen" forderte gestern Georg Wilhelm Adamowitsch, Staatssekretär im Düs­sel­dorfer Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand, Technologie und Verkehr die Verwaltung auf, ihre Bahnhofsplanungen zu forcieren. Adamowitsch war gestern auf Einladung des SPD-Bürgermeis­ter­kan­di­da­ten Engelbert Recker nach Emsdetten gekom­men. Die von Recker vorgelegte Planung für den Bahnhof bezeichnete der Staatssekretär als „sinn­voll", blieb ansonsten aber recht unverbindlich. Offizieller Partner des Landes bei der Bahnhofsförderung könne nur die Stadt sein. Diese sei eingeladen, möglichst schnell ein schlüssiges Konzept vor­zu­le­gen. Gleichzeitig meinte Adamowitsch aber, daß vor der Kommunalwahl in keinem Falle mit einer Förderzusage zu rechnen sei.
Engelbert Recker bekräftigte in dem Gespräch nochmals die Einschätzung, daß durch seine „schnelle und zeitgerechte Initiative und Koordination" das Bahnhofskonzept zum „Selbstläufer" geworden sei und reklamierte für sich, die treibende Kraft bei diesem Projekt zu sein. Die Stadtverwaltung habe sich nun dieses Konzept zum großen Teil zu eigen gemacht.
Recker bezog sich dabei auf einen von ihm entworfenen Rahmenplan, der sich durchaus von dem Rahmen- plan unterscheidet, dem zuletzt auch die SPD im Emsdettener Rat zugestimmt hatte. Er sagte: „Ich halte an diesem Plan fest. Vor der Wahl wird ohnehin nichts entschieden." Unterstützt wurde er von MdB Reinhold Hemker. Hemker verwies auf seine „guten Beziehungen" zu den zuständigen Düsseldorfer Ministerien und meinte, es sei „unklug," von der  Stadt Emsdetten, „wenn ein Abgeordneter wie ich nicht eingebunden wird." Und weiter: „Ich erwarte einen offiziellen Auftrag von der Stadt, hier tätig zu werden."
Recker präsentierte ein Papier, in dem die Kosten für die Bahnhofs-Neugestaltung auf rund 26 Millionen Mark geschätzt werden. Davon müsse die Stadt nur rund eine Million Mark für städtebauliche Maßnahmen bezahlen, der Rest werde vom Land übernommen.
Staatssekretär Adamowitsch warnte allerdings vor dem Eindruck, er bringe quasi bereits eine Förderzusage des Landes mit. Grundsätzlich stehe das Land aber solchen Projekten sehr aufgeschlossen gegenüber und verfüge über verschiedene Möglichkeiten der Förderung.